Bracken sind "jagende Hunde"

(ad) Bracken als "jagende Hunde" verfolgen die einmal aufgenommene Spur (der Brackenjäger spricht hier auch bei Niederwild immer von "Fährte") sehr weit. Meist so weit, dass zum Beispiel ein gestochener Hase in großem Bogen wieder zu seinem Einstand zurückkehrt. Dabei jagen Bracken fast ausnahmslos laut (= spurlaut).

Die feine Nase und der Fährtenwille machen Bracken sowohl perfekt geeignet für die Brackade als auch für den Einsatz auf Bewegungsjagden und besonders natürlich auch für die Nachsuche auf alle Wildarten.

Heute finden die meisten Bracken ihren Einsatz bei den Bewegungsjagden.

Man bezeichnet sie aktuell oft als Stöberhunde, was ihrer eigentlichen Art zu Jagen aber nicht gerecht wird.

Wenn Bracken auf den Bewegungsjagden nämlich sehr weit jagen, ist das im Grunde eine Brackade und nicht das typische Stöbern; als Stöbern bezeichnet man ursprünglich die Jagdart, bei der der Stöberhund eher im engeren Umfeld und im Treiben bleibt und vielleicht sogar bogenrein jagt. Hierfür waren besonders die verschiedenen Spaniel und der kurzjagende Wachtel-Schlag bekannt.
Bracken lassen sich bei entsprechender Veranlagung und sorgfältiger Einarbeitung gezielt für die Bewegungsjagd ausbilden und sind dann bei ausreichender Führer-Orientierung meist nicht als "Fernaufklärer" unterwegs. Und nur dann erfüllen sie die an sie gestellten Erwartungen auf der Bewegungsjagd.

Man muss sich über eine "brackierende" Bracke daher also auch nicht wundern oder ärgern. Das Brackieren entspricht ihrer ursprünglichen erbliche Veranlagung. Und gerade diese große Beharrlichkeit, mit der eine Bracke die einmal aufgenommene Fährte hält, ist eine der wichtigsten und erwünschten Voraussetzungen für die Nachsuchen-Arbeit. Im Hochgebirge ist diese Brackier-Eigenschaft noch von höherer Bedeutung als hier bei uns, da wir wegen kleinerer Reviere und zahlreicher Strassen aus nachvollziehbaren Gründen Hunde für die Bewegungsjagd bevorzugen, die ausreichend wildscharf sind, aber doch mit großer Führerbindung und nicht zu weit jagen.

Die Ardennenbracke verbindet alle diese Eigenschaften, jagt dabei eher nicht extrem weit und lässt sich daher zu den oben genannten Arbeiten gut ausbilden.